FAQ Promotionsordnung

Häufig gestellte Fragen zur Teilrevision der Promotionsordnung

Seit 1. August 2018 ist die revidierte Promotionsordnung in Kraft.

 

Die hier aufgeführten Fragen geben Antworten auf Schwerpunktthemen, wie sie bei der Abteilung Schulentwicklung und Aufsicht deponiert worden sind. Klärungen folgten an der zweiten Teamveranstaltung.

Als Grundlage für die Beantwortung dienten diese Handreichungen:

1. Was versteht man unter Gesamtbeurteilung?


Der Begriff der Gesamtbeurteilung stützt sich auf die Broschüre «Beurteilen und Fördern» (2003). Eine ganzheitliche Beurteilung setzt sich aus der Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz zusammen und orientiert sich sowohl an summativen als auch an formativen sowie prognostischen Aspekten.




2. Wie setzen sich neu der Durchschnitt und Gewichtung der Fächer zusammen?


Die Noten werden wie bis anhin erteilt. Ein Beurteilungsschlüssel für die Bilanz ist nicht zulässig. Alle Bereiche werden in die Gesamtbeurteilung einbezogen. Vom Denken in einer Notensumme oder in einem Durchschnitt ist abzurücken, weil eine Gesamtbeurteilung keine mathematischen Regeln benötigt.

(vgl. Broschüre «Beurteilen und Fördern», ganzheitliche Beurteilung)




3. Werden SuS mit genügender Sachkompetenz, aber ungenügenden Selbst-/Sozialkompetenzen in die Realschule ein- oder umgestuft?


Eine Umstufung ins tiefere Niveau ist keine disziplinarische Massnahme. Wesentlich dabei ist die Grundannahme, die SuS seien von der Primarschule ins korrekte Niveau zugewiesen worden. Sie erhalten die notwendige Zeit, sich in der neuen Stufe zurechtzufinden. Erst wenn SuS (gemäss dem ‚Merkblatt betreffend das Beurteilungswesen‘) aufgrund der Gesamtbeurteilung auffallen, sind Gedanken notwendig, ob sie für ihre Laufbahn in der Sek oder Real mehr profitieren. Übrigens darf es auch SuS geben, welche den Anforderungen der Sekundarschule nur knapp genügen.

(vgl. Broschüre «Beurteilen und Fördern», prognostische Beurteilung)




4. Werden SuS mit einer hohen Selbst-/Sozialkompetenz, aber ungenügenden Sachkompetenz in die Sekundarschule ein- oder umgestuft?


Es geht darum, SuS derjenigen Stufe zuzuweisen, von der sie gesamthaft mehr profitieren können. Nur die auffälligen SuS gemäss dem ‚Merkblatt betreffend das Beurteilungswesen‘ sollen in den Fokus von Diskussionen bezüglich Umstufung gelangen.

(vgl. Frage 1, Gesamtbeurteilung)




5. Wie steht es mit Grenzfällen?


Grundsätzlich sind die SuS dem richtigen Niveau zugeteilt und diese Einteilung ist definitiv. Es werden keine Grenzfälle (mehr) definiert. Die Thematisierung einer Umstufung findet erst nach einer längeren Beobachtungszeit (länger als 1 Semester) statt. Sollten SuS im Verlaufe der Zeit über- oder unterfordert sein, kann reagiert werden.

Weil die unterrichtenden Lehrpersonen die SuS über eine längere Zeit beobachtet haben, sind allein sie (als ausgebildete Fachleute in der Beurteilung) prädestiniert, die abschliessende Zuteilung in die Sek oder die Real vorzunehmen.




6. Können SuS bereits nach dem 1. Semester der Sekundarstufe I umgestuft werden?


Für die Eingewöhnungsphase muss genügend Zeit bleiben. Der Wechsel nach dem 1. Semester ist eine Ausnahme und stützt sich auf das ‚Merkblatt betreffend das Beurteilungswesen‘. Wird eine klare Über- oder Unterforderung – auch seitens der Eltern – festgestellt, ist eine Umstufung zu thematisieren. Die zuständigen Schulinspektorinnen bzw. Schulinspektoren sind in den Prozess einzubeziehen.

Die Beobachtungsphase startet grundsätzlich mit dem Eintritt in die Sekundarstufe I.




7. Sind freiwillige ausserterminliche Umstufungen möglich?


Nein. Umstufungen finden ausschliesslich per Semesterende statt.




8. Wann wird ins tiefere Anforderungsniveau umgestuft und in welchen Fällen wird repetiert? Nach welchen Kriterien geschieht dies und wer entscheidet?


Die Repetition einer Klasse ist nur in besonderen Fällen möglich, so z.B. aus gesundheitlichen oder entwicklungsbedingten Gründen. Die Schulbehörde bzw. Schulleitung mit Kompetenzen entscheidet über ein entsprechendes Gesuch der Erziehungsberechtigten aufgrund einer Empfehlung der Klassenlehrperson.

(s. § 15 Schuldekret)




9. Repetition 6. Klasse: Werden diese speziellen Repetitionen zunehmen? Wie viel Mitspracherecht haben nun die Eltern?


Weiterhin gilt die bestehende Regelung im Übertrittsverfahren. Eine freiwillige Repetition in der 5. und 6. Klasse ist nur in absoluten Ausnahmefällen möglich.


(s. §14 der Promotionsordnung)




10. Was ändert sich promotionstechnisch für die Primarstufe?


Die Gesamtbeurteilung steht im Zentrum für die Beförderung. Es gibt keine massgebenden Fachbereiche bzw. zu erreichende Notensummen mehr.




11. Ist geplant, dass die Fremdsprachen auch für die Realschule obligatorisch werden? Ansonsten wäre der Durchlässigkeit für SuS, die in der Real keine Fremdsprache belegen, eine Grenze gesetzt.


Wer ein Fach abwählt, das an der Sek verpflichtend zu besuchen ist bzw. von einem obligatorischen Fach (via SAB) befreit ist, kann nicht mehr in die Sekundarschule wechseln.

Wahl- und Pflichtfächer sind Gegenstand der Lektionentafel zum Lehrplan 21 (ab Schuljahr 2019/20).

SAB = Abteilung "Schulische Abklärung und Beratung"




12. Stellt die schriftliche Ankündigung einer Umstufung den definitiven Entscheid dar?


Nein. Der Antrag an die (Kreis-)Schulbehörde resp. Schulleitung mit Kompetenzen (SLmK) wird erst an der Umstufungskonferenz gestellt, falls er dann noch nötig ist. Ankündigungen können bei entsprechenden Reaktionen zurückgezogen werden. Wie nach dem Versand der bisherigen «Tendenzmeldung» kann auch weiterhin eine Verbesserung eintreten.




13. Bei Zuzügen in die Sek I aus dem Ausland oder aus Privatschulen entscheidet das Erziehungsdepartement über die Zuweisung. Was für eine Probezeit haben solche SuS?


Die Übertrittskommission beschliesst über die Zuteilung. Es gibt keine Probezeit, sondern eine zwölfwöchige Beobachtungsphase (mit prognostischen Aspekten), worauf eine Standortbestimmung erfolgt.




14. Wie wird die Umstufungskonferenz organisiert?


Die Klassenlehrperson stellt einen entsprechenden Antrag (oder thematisiert einen Elternantrag), die Umstufungskonferenz befindet darüber, die Schulleitung mit Kompetenzen resp. die (Kreis-)Schulbehörde fasst den formellen Beschluss. Die Entscheidungsfindung zum Antrag an die SLmK oder (K)SB passiert immer im Team der unterrichtenden Lehrpersonen.

Die Umstufungskonferenz kann in einer Teamstunde stattfinden oder in das B+F-Gefäss integriert werden. Die Organisation ist den Teams freigestellt, sofern die vorgesehenen Teilnahmen gewährleistet sind.

(s. §24a der Promotionsordnung)




15. Ist es eine Chance, nach einem Semester zu wechseln oder kommt dadurch einfach die ganze Zeit hoher Druck auf? Sind die SuS immer provisorisch? Dauert die «Probezeit» nun drei Jahre?


Das könnte bei einer Umsetzung geschehen, die nicht im Sinne des Erfinders ist. Wird die Prämisse gelebt, dass die SuS grundsätzlich dem korrekten Niveau zugeordnet wurden, ermöglicht dies die Chance, dass nicht die Sorge um eine zu befürchtende Umstufung, sondern das Lernen im Zentrum steht. Wichtig dabei ist, dass eine Umstufung in die Real auch eine Entlastung bedeuten kann. Zudem erlaubt die revidierte Promotionsordnung, auf Entwicklungen während der Sekundarstufe I zu reagieren.




16. Es ist zu befürchten, dass der Aufwand für Gespräche und Absprachen steigt. Welche (zusätzlichen) Zeitgefässe stehen zur Verfügung?


Beachtet man den Grundsatz, dass nur SuS in den Fokus von Umstufungsdiskussionen gelangen, die gemäss dem ‚Merkblatt betreffend das Beurteilungswesen‘ Auffälligkeiten aufweisen, wird der Aufwand nicht grösser werden. Die Umstufungsdiskussion und der fundierte Austausch im Team sollen primär an der entsprechenden Konferenz erfolgen.

(vgl. Frage 14)




17. Wird die revidierte Promotionsordnung eine Ent- oder Belastung für die SuS?


Wie jedes System birgt auch die revidierte Promotionsordnung die Gefahr, dass zusätzliche Belastung bei unsachgemässer Umsetzung generiert wird. Ziel ist es, für eine Entlastung aller Beteiligter zu sorgen. Im Fokus bleiben dabei die SuS. Die Grundannahme, die SuS seien von der Primarschule ins korrekte Niveau zugewiesen worden und erhalten die notwendige Zeit, sich in der neuen Stufe zurechtzufinden, ist dabei essentiell. Nur die auffälligen SuS (gemäss dem ‚Merkblatt betreffend das Beurteilungswesen‘) sollen in den Fokus von Diskussionen bezüglich Umstufung gelangen.




18. Das LehrerOffice gibt bei Promotion 'erfüllt' an. Liegt diese Entscheidung einem Notenschnitt zugrunde?


Nein. Der Eintrag 'erfüllt' basiert allein auf der Entscheidung, ob die Jugendlichen die Anforderungen an die Gesamtbeurteilung erfüllt haben oder ob ein 'Antrag auf Umstufung' erfolgt. Die entsprechende Eingabe soll manuell zu Dokumentationszwecken erfolgen.





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